Die Kritzelei ist das Grübeln der Hand - Saul Steinberg

Karottensuppe nach Moro

© Couleur alias Ilona via pixabay

Vor kurzem war ich Magen-Darm krank und hörte mit Grauen die Ärztin sagen: Diät und Schonkost. Sie riet mir zu Bananen, Allrounder in Sachen Vitaminen und Mineralstoffen, und schwarzem Tee wegen der Gerbstoffe.

Die Aussicht auf karge, langweilige Mahlzeiten war ernüchternd. Doch es sollte anders kommen. Endlich machte sich das regelmäßige Improvisieren am Herd bezahlt und mit ein bisschen Recherche und grübeln habe ich mir leckere und abwechslungsreiche Gerichte gekocht. Eins davon war Moros Karottensuppe.

Ernst Moro rettete zu seiner Zeit mit der aus alten Hausrezepten überlieferten Karottensuppe vielen Kindern, die an Durchfallerkrankungen litten, das Leben. Erst später konnte beschrieben werden, was im Darm tatsächlich passiert: Beim Kochen von Karotten entstehen ganz besondere Zuckermoleküle, sogenannte saure Oligogalakturonide. Diese ähneln dem Darmgewebe und docken an krankmachende Keime an. Somit können diese nicht mehr an die Darmwand anhaften und werden auf natürlichem Weg ausgeschieden.

Tatsächlich hatte ich meine erste Begegnung mit der Moroschen Karottensuppe schon vor einem Jahr, als ich nach Hausmitteln gegen Durchfall für meine Hündin Pepper suchte, denn die Suppe hilft Mensch und Tier gleichermaßen. Und so geht’s:

500 Gramm Karotten
1 Liter Wasser
3 Gramm Salz
Die geschälten Karotten in einem Liter Wasser mindestens 90 Minuten kochen, danach abseien und pürieren. Den Karottenbrei mit frischem, kochendem Wasser auf einen Liter auffüllen und das Salz dazugeben. Die Suppe soll mehrmals täglich in kleinen Portionen gegessen werden. Sie lässt sich auch sehr gut in größerer Menge vorkochen und portionsweise einfrieren.
Ich fand das Ergebnis erstaunlich lecker. Wem das allerdings zu fad ist der kann Fleischbrühe statt Wasser und auch einige Fleischstücke hinzugeben.
Zur Abwechslung habe ich die Suppe mit Schonkost erweitert und Kartoffelpüree oder Reis untergemischt. Alternativ habe ich eine kleine Menge Suppe als Vorspeise gegessen.

Heutzutage hat die Suppe ihre Bedeutung aufgrund des Einsatzes von Antibiotika verloren. Pepper und mir konnte ich damit sehr gut helfen. Pepper nahm die Suppe gut an, ohne dass ich Fleisch hinzufügen musste. Als therapiebegleitende Maßnahme in Kombination mit Schonkost kann ich sie sehr empfehlen.

Sowohl für Menschen als auch für Tiere gilt allerdings: Sobald der Durchfall länger als drei Tage andauert oder mit Krankheitssymptomen wie Fieber einhergeht sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Die Suppe ist kein Ersatz für eine gegebenenfalls notwendige medizinische Behandlung.

Vielen Dank an Couleur alias Ilona, welche via pixabay ihre Fotografien zur Verfügung stellt.